Alles schon dagewesen?

Mikrohäuser, in der neueren Art auch bekannt als Tiny Houses sind ein neuer Trend der letzten Jahre, der immer mehr Beachtung findet.

Aber ist dieser Trend wirklich so neu? Haben wir in den Jahren davor nicht einfach nur übertrieben was die Wohnfläche betrifft und dadurch eine weitere überproportionale Gegenreaktion provoziert?

Meine Großeltern haben mit drei Kindern noch auf bescheidenen 70m² gelebt. Sicher nicht komfortabel nach den heutigen Maßstäben, aber dennoch für die damaligen Verhältnisse ausreichend und durchaus üblich. Heute sinnieren dagegen schon Kleinfamilien oder Alleinstehende von Verzicht und Minimalismus, wenn sie im 3-geschossig ausgebauten Kleingartenhaus am Stadtrand leben.

Klar waren damals die Mittel beschränkter als heutzutage. Dennoch wäre bei den meisten noch Platz für Anbauten gewesen, bei einigen wären sicher auch die finanziellen Mittel vorhanden gewesen. Trotzdem sieht man aus dieser Zeit kaum An-, Aus-, oder Umbauten.  Der Drang, mehr Platz zu schaffen, damit mehr Dinge unterbringen kann, schien damals noch nicht so groß gewesen zu sein.

Die damaligen Hausformen – in dieser Region Streckhöfe, Hakenhöfe oder Dreikanthöfe – wurden erst ab den 70ern nach und nach „adaptiert“, was so manche sicher heute bereuen.

Danach begann im ländlichen Raum nach und nach eine „Verhüttelung“ . Ställe wurden zu Wohnflächenumgebaut. Um Stauraum zu schaffen wurden dann wieder Hütten angebaut. In der Stadt war es aber auch nicht viel besser, wo es nur ging wurde aufgestockt und jeder Zentimeter ausgenutzt, jede Loggia verkleidet und jedes Souterrain zum Loft umgebaut.

Das ganze gipfelt darin, dass am Stadtrand dann wieder „Hütten“, oder in dem Fall Containerhallen errichtet werden, um die Gegenstände zu verstauen, die man in den ehemaligen Nutzflächen nicht mehr lagern kann.

Die durchschnittliche Wohnfläche pro Person hat sich in Österreich von 22,9m² in 1971 (österreichisches wohn handbuch 2016 Wolfgang Amann/Klaus Lugger) auf  44,6m² in 2016 (statista) nahezu verdoppelt.

Mit den steigenden Immobilienpreisen könnte nun aber eine Sättigung eingetreten und es gibt viele Anzeichen einer Gegenbewegung, hin zu kleineren, effizienter genutzten Wohnräumen.

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