Die Richtige Heizung fürs Mikrohaus

Heizung Mikrohaus

Die Auswahl der Heizung eines Mikrohauses, hängt stark vom jeweiligen Anwendungsfall ab. Jemand der ständig in seinem Mikrohaus wohnt, wird wahrscheinlich in erster Linie an eine Beheizung mit Holz denken.

Mikrohaus mit Holz beheizen

Um ein Mikrohaus mit Holz zu beheizen bieten sich neben kleinen Heizkaminen und Schwedenöfen vor allem Öfen an, die auch gleich zum Kochen oder zur Warmwassererzeugung genutzt werden können.

Mit einem Badeofen kann man Platzsparend und direkt an Ort und Stelle Raumwärme und Warmwasser erzeugen. Durch die Integrierte Mischbatterie entfällt die aufwendige Verrohrung zumindest teilweise. Einige Modelle haben eine Zusätzliche Heizpatrone um das Warmwasser bei Bedarf elektrisch zu erwärmen.

Eine weitere praktische Möglichkeit wäre ein wasserführender Küchenofen. Damit sind alle Bedürfnisse wie Kochen, Warmwasser und Raumwärme mit einem Gerät abgedeckt. Im Gegensatz zum Badeofen benötigt man aber noch einen externen Speicher mit der entsprechenden Verrohrungen, Pumpen und Sicherheitsventilen.

Wird das Mikrohaus aber nicht ständig bewohnt, muss man sich überlegen, ob man es vor Frost schützen möchte, indem man es beheizt, oder ob man alle Flüssigkeiten ablässt und es der Kälte überlässt.

Um einen dauerhaften Frostschutz im Winter zu gewährleisten, sollte man konstant zumindest 5°C, besser 10-12°C erreichen. Dazu benötigt man Heizsysteme, die ohne Anwesenheit sicher automatisch betrieben werden können.

Mikrohaus mit Propan/Butan Flaschengas beheizen

Gewöhnliche Gasthermen mit Durchlauferhitzer oder kleinem Speicher können neben Erdgas auch mit Flaschengas beheizt werden. Hierbei muss man wie bei allen Gasgeräten auf die korrekte Lagerung des Gases, und fachgerechte Installation achten. Für die Raumheizung muss man die entsprechenden Installationen vorsehen.

Für kleinere Mikrohäuser bieten sich Gas-Kombiheizungen, wie sie in Wohnmobilen eingesetzt werden an. Diese erzeugen direkt Warmluft, die in den Wohnraum eingeblasen wird. Zusätzlich verfügen sie über kleine Warmwasserspeicher.

Mikrohaus mit Strom beheizen

Ist ein Stromanschluss vorhanden, ist die Beheizung mit Strom, die einfachste und komfortabelste Lösung. Mittels Thermostat kann man genau regeln, auf welcher Temperatur das Mikrohaus im unbewohnten Zustand gehalten werden soll, damit es vor Frost geschützt ist. Das Warmwasser kann bequem in einem Elektrospeicher erzeugt werden.

Bei nur gelegentlich genutzten Objekten ist die Energieeffizienz nicht ausschlaggebend und eine direkte Beheizung mit Strom vertretbar. Bei ständig bewohnten Mikrohäusern ist die direkte Beheizung mit Strom jedoch sehr ineffizient. Besser wäre es, nach dem Wärmepumpenprinzip die Wärme der Außenluft zu nutzen und ein Klimagerät zur Beheizung zu Verwenden. Je nach Energiekennzahl des Klimageräts kann man so ca. 3x so viel Heizleistung erzielen, wie man an elektrischer Energie hineinsteckt. Ein weiterer Vorteil ist natürlich, dass es im Sommer zur Kühlung verwendet werden kann. Der Nachteil dieser Anlagen ist, dass sie aufgrund des Kompressors recht laut sind. Möchte man allerding Energieautark sein, wird es schon schwieriger die erforderliche Leistung zu Erzeugen. Um ein kleines Mikrohaus mit ca. 20m² Wohnfläche, mittlerer Dämmung und Dichtheit frostfrei zu halten, benötigt man etwas mehr als 1000W.

Solarheizung fürs Mikrohaus

Solarheizungen mit Wasser/Frostschutzgemisch als Wärmeträger werden in normalen Häusern in unseren Breiten zur Warmwassererzeugung oder als Unterstützung für ein weiteres Beheizungssystem verwendet. In der Regel sind diese Systeme günstiger als eine Photovoltaikanlage gleicher Leistung. Diese Art der Beheizung bringt für ein Mikrohaus nur bei konstantem Warmwasserverbrauch, insbesondere im Sommer, nennenswerte Vorteile. Man benötigt einen Pufferspeicher, wofür auch ein Warmwasserbereiter dienen kann, um in Spitzenzeiten die überschüssige Energie zu Speichern und um die Sonnenkollektoren vor Überhitzung zu schützen. Für den Fall dass dieser voll ist, müssen weitere Maßnahmen, wie ein ausreichend dimensionierter Wärmetauscher getroffen werden. Zur Beheizung des Wohnraums in kleinen und mobilen Häusern ist diese Heizung eher nicht geeignet, da man die Kollektorflächen und Speicher entsprechend größer dimensinieren müßte.

 

Rohr und Tankheizungen

Statt den gesamten Wohnraum zu beheizen, kann man sich auch darauf beschränken, nur gefährdete Bauteile, wie Rohre oder Tanks zu beheizen. Dadurch kann der Energiebedarf wesentlich gesenkt werden. Die dafür benötigten Heizbänder sind leicht erhältlich und einfach zu verarbeiten.

Die Heizleistung ist bei gut isolierten Rohren und Tanks so gering, dass man die Heizung autark über eine Photovoltaikanlage oder einen Generator mit Pufferbatterie versorgen kann.

Autark oder doch unabhängig im Mikrohaus wohnen?

Autarkie_unberühre_Landschaft

Autarkes Wohnen – ein Mikrohaus in unberührter, wildromantischer Landschaft, völllig abgeschieden und Autark. Das ist der Traum vieler, die sich mit diesem Thema befassen. Doch wieviel Autarkie ist wirklich sinnvoll und möglich?

Der Grundgedanke dahinter ist ja oft, dass man frei von den Zwängen des täglichen Alltags wird. Aber ist es besser, wenn der Alltag daraus besteht, sich mit den Grundfunktionen seines Hauses auseinanderzusetzen?

Der Grad der Autarkie hängt auch stark vom Einsatzzweck eines Mikrohauses ab. Ein wesentlicher Aspekt dabei ist die Beheizung: Wenn man ohnehin ständig in seinem Mikrohaus wohnt, ist es kein großes Problem, den Wohnraum mit Holz zu beheizen, damit nichts einfriert. Wenn man sein Mikrohaus allerdings nur als City Escape verwendet, kann ein autarkes Mikrohaus mit Holzofen bei Frost im Winter schon ein Problem darstellen.

Ähnliches gilt natürlich auch für die Wasserver- und Entsorgung. Davon abgesehen, dass man bei diesem Thema die Auflagen der örtlichen Behörden beachten muss, stellt sich auch die Frage, ob die Autarkie hier nicht durch einen sehr hohen Aufwand erkauft wird und ob man sich wirklich ständig um die biologische Wasserrecyclinganlage kümmern möchte. Wirkliche Autarkie in allen Bereichen ist doch recht aufwändig und Bedarf einer gewissen Pflege, die für ein gelegentlich genutztes Mikrohaus of nicht in Frage kommt.

Am einfachsten ist Autarkie noch bei der Stromversorgung (wenn damit nicht geheizt werden soll) zu erzielen. Für die meisten wird eine kleine Photovoltaik Anlage bereits ausreichend sein um den Energiebedarf für Beleuchtung, Wasserpumpen, Laptop, Router und ähnlichem zu decken. Notfalls könnte man, wie in einigen Wohnmobilen zur Abdeckung von Spitzen noch ein kleines Notstromaggregat vorsehen.

Man sieht, dass das richtige Ausmaß an Autarkie gar nicht so trivial ist und dass man sich die Nutzungsszenarien seines Mikrohauses vorab gut überlegen sollte. Letzendlich will man ja schließlich nicht seine eigene Unabhängigkeit zu gunsten derer seines Hauses opfern.

 

 

Alles schon dagewesen?

Altes Bauernhaus

Mikrohäuser, in der neueren Art auch bekannt als Tiny Houses sind ein neuer Trend der letzten Jahre, der immer mehr Beachtung findet.

Aber ist dieser Trend wirklich so neu? Haben wir in den Jahren davor nicht einfach nur übertrieben was die Wohnfläche betrifft und dadurch eine weitere überproportionale Gegenreaktion provoziert?

Meine Großeltern haben mit drei Kindern noch auf bescheidenen 70m² gelebt. Sicher nicht komfortabel nach den heutigen Maßstäben, aber dennoch für die damaligen Verhältnisse ausreichend und durchaus üblich. Heute sinnieren dagegen schon Kleinfamilien oder Alleinstehende von Verzicht und Minimalismus, wenn sie im 3-geschossig ausgebauten Kleingartenhaus am Stadtrand leben.

Klar waren damals die Mittel beschränkter als heutzutage. Dennoch wäre bei den meisten noch Platz für Anbauten gewesen, bei einigen wären sicher auch die finanziellen Mittel vorhanden gewesen. Trotzdem sieht man aus dieser Zeit kaum An-, Aus-, oder Umbauten.  Der Drang, mehr Platz zu schaffen, damit mehr Dinge unterbringen kann, schien damals noch nicht so groß gewesen zu sein.

Die damaligen Hausformen – in dieser Region Streckhöfe, Hakenhöfe oder Dreikanthöfe – wurden erst ab den 70ern nach und nach „adaptiert“, was so manche sicher heute bereuen.

Danach begann im ländlichen Raum nach und nach eine „Verhüttelung“ . Ställe wurden zu Wohnflächenumgebaut. Um Stauraum zu schaffen wurden dann wieder Hütten angebaut. In der Stadt war es aber auch nicht viel besser, wo es nur ging wurde aufgestockt und jeder Zentimeter ausgenutzt, jede Loggia verkleidet und jedes Souterrain zum Loft umgebaut.

Das ganze gipfelt darin, dass am Stadtrand dann wieder „Hütten“, oder in dem Fall Containerhallen errichtet werden, um die Gegenstände zu verstauen, die man in den ehemaligen Nutzflächen nicht mehr lagern kann.

Die durchschnittliche Wohnfläche pro Person hat sich in Österreich von 22,9m² in 1971 (österreichisches wohn handbuch 2016 Wolfgang Amann/Klaus Lugger) auf  44,6m² in 2016 (statista) nahezu verdoppelt.

Mit den steigenden Immobilienpreisen könnte nun aber eine Sättigung eingetreten und es gibt viele Anzeichen einer Gegenbewegung, hin zu kleineren, effizienter genutzten Wohnräumen.